Neue Leitlinien für den Bereich Kinderbetreuung und frühe Bildung in Wolfurt
Kinderbetreuung hat sich in den letzten Jahren rasant zu einem sehr wichtigen gesellschaftlichen Thema entwickelt. Längst ist allen klar: „Auf den Anfang kommt es an“ – in den Familien und später den Kinderbetreuungseinrichtung wird die Basis für ein geglücktes Leben gelegt.
Und doch ist es oft so, dass aufgrund der schnellen Veränderungen die Übersicht nicht mehr einfach ist. Was soll und kann eine organisierte Kinderbetreuung anbieten, ermöglichen - und was nicht? Wo und wie muss früher begonnen werden, was muss auf mehrere Schultern aufgeteilt werden? Wie erreiche ich Eltern in ihrer Verantwortlichkeit? Was bedeutet „bedarfsgerecht“? Und: was verstehen wir heute eigentlich unter Kinderbetreuung?
Wolfurt ist in der glücklichen Situation, auf ein breites Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen zurückgreifen zu können. Hervorragende gemeindeeigene sowie private Einrichtungen stehen den Familien zur Verfügung: die 6 Gemeindekindergärten Rickenbach, Strohdorf, Fatt, Dorf, Bütze und die Ganztagseinrichtung Kindervilla (KiVi), die privaten Einrichtungen des Vereins Impuls (Spielgruppen für 1,5 bis 3jährige), des Vereins Freiraum (Haus für Kinder, Kindergarten nach Montessori und Wild) und der Waldeulen (Waldkindergarten).
Im vergangenen Jahr hat sich die Gemeinde Wolfurt zum Ziel gesetzt, die Gesamtheit der Kinderbetreuungseinrichtungen zu analysieren und einen für alle Einrichtungen gültigen Rahmen zu erstellen, um mehr Klarheit in das weitläufige Thema zu bringen.
Dabei wurde der Weg gewählt, dass in einem ersten Schritt eine politisch zusammengestellte Arbeitsgruppe auf Basis des Wolfurter Leitbildes die Haltung der Gemeinde zum Thema Kinderbetreuung ganz genau betrachtete und festhielt. Allein 14 Leitsätze des Wolfurter Leitbildes beschäftigen sich mit dem Thema Familie, Betreuung und Bildung. Andreas Holzknecht, Beratungsservice Obhut, begleitete den dialogisch ausgerichteten Prozess.
Herausgekommen sind Leitlinien, die als Grundlage für den nächsten Prozessteil dienen sollen, bei dem es um Strategien und Umsetzungen geht. Als Hauptthemen haben sich z.B. herauskristallisiert: Verstärkung der Vernetzung untereinander als Unterstützung, Weiterentwicklung der Verbindungen zu anderen Institutionen, Zusammenarbeit mit Eltern/Familien als unterstützende Maßnahme, pädagogische Themen, Mitarbeiterentwicklung, Verbesserungen im Bereich der Organisation, Sofortmaßnahmen zur Weiterentwicklung der Bedarfsgerechtigkeit etc.
Diese Leitlinien wurden der Gemeindevertretung im Dezember vorgelegt und einstimmig positiv beschlossen. Ein klares Zeichen, dass diesem so wichtigen Tätigkeitsfeld die entsprechende Beachtung und Unterstützung zukommt. Damit ist neben der inhaltlichen Zustimmung die finanzielle Basis für die weiteren Schritte zugesichert.
Der erste Prozessteil fand seinen Abschluss in einer ganz besonderen Form: einem Worldcafé, bei dem die zuständige Projektgruppe nach der Präsentation und Übergabe zum offenen Dialog über die neuen Leitlinien einlud. Christian Hörl führte durch den besonderen Abend mit Gesprächsrunden in verschiedenen Formen. Trotz vorweihnachtlichem Termin nahmen rund 70 Interessierte aus allen Einrichtungen teil.
In einer durchaus kritischen Betrachtung der Leitlinien wurden die Schwerpunkte diskutiert, in Frage gestellt, bestätigt, bereits konstruktiv nach Lösungen gesucht.
Der nächste Prozessteil wird ganz sicher zu spannenden Diskussionen und gangbaren Wegen führen, die für alle zu mehr Klarheit und Erleichterung im Bereich Kinderbetreuung in Wolfurt führen sollen. Ein großer Teil der engagierten Pädagoginnen und Betreuerinnen aller Einrichtungen haben sich bereits für die Mitarbeit an Umsetzungsstrategien gemeldet.
